01. Februar 2006:
Mit elf Stunden Verspätung kamen wir mitten in der Nacht in Auckland an. Das Thermometer zeigte noch immer weit mehr als 30 Grad Celsius an und so wurde die erste Nacht in Neuseeland nicht nur kurz, sondern auch anstrengend.
Nach dem Frühstück ging es wieder zum Flughafen. Unser Inlandsflug nach Queenstown mit Air New Zealand war nicht besonders lang, aber dafür wirklich angenehm. Da wir ein wenig zu schnell unterwegs waren, drehte der Pilot mit der Boing 737-300 einige Kurven über den Bergen und erklärte den Passagieren, welchen Berg, Gletscher oder See wir gerade überflogen. Eigentlich wollten wir einen extra Flug über die Berge machen, aber so hatten wir alles in einem und konnten ein bisschen Geld sparen.
Der Flughafen von Queenstown ist sehr überschaubar und ca. 10 Auto-Minuten von der Stadt entfernt. Der Empfang am Flughafen durch Lucille war wunderbar, Lucille wartete bereits mit einem Schild auf uns.
Das Lake-Vista-Bed and Breakfast ist an einem Hang gelegen und bietet einen wunderbarem Ausblick auf die Remarkables. Bis ins Zentrum von Queenstown sind es ungefähr 15 Minuten zu Fuss (bergauf und bergab).
Queenstown ist das Zentrum des Fun-Sports in Neuseeland. Dies ist wohl auch der Grund, warum das Durchschnittsalter der Touristen hier bei ca. 30 Jahren liegt. In der Mall (Einkaufsstraße) laden viele kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Winnies Gourmet-Pizza sollte man auf jeden Fall besuchen, wenn man schon mal dort ist. Das Essen ist sehr lecker und preislich ganz in Ordnung.

02. Februar 2006:
Nach einem grandiosen Frühstück ging es hoch hinauf. Die Gondelfahrt war ruhig und nach einem kurzen Spaziergang bietet sich ein besonderer Blick über Queenstown und den Lake Wakatipu. Oben angekommen, kann man Bob fahren, sich mit dem Fallschirm in die Tiefe stürzen oder einen einfachen Bungee-Sprung erleben.
In der Nähe der Talstation gibt es einen kleinen privaten Bird-Life-Park mit Kiwis, Keas und vielen anderen heimischen Vögeln. Außerdem wird dem Besucher ein wenig die Geschichte der Maori und deren Lebensumstände erklärt.
Im Hafen Queenstown startet täglich der TSS Earnslaw, ein altes Dampfschiff, zur Walter Peak-Farm. Das 1912 erbaute Schiff war damals die einzige Versorgungsverbindung zu den entlegenen Farmen und konnte bis zu 1.500 Schafe transportieren. Heute, da es überall Straßen gibt, transportiert der TSS Earnslaw nur noch Touristen zur Farm und zurück.

03. Februar 2006:
Bei regnerischem Wetter und kühlen Temperaturen ging es mit Eco-Tours in Richtung Milford Sound. Der Milford Sound ist der wohl berühmteste Fjord in Neuseeland. Mit einem kleinen Bus ging es in Richtung Te Anau. Auf dem Weg stoppten wir in Kingston, um uns den Kingston Flyer, einen historischen Dampfzug, aus der Nähe anzusehen. Der kleine Bird-Life-Park am Rande des Städtchens Te Anau war eine Station.
Anschließend ging es weiter in Richtung Fjordland. Wir machten Zwischenstopps an verschiedenen Wasserfällen und den Mirror-Lakes. Leider haben wir von den berühmten Spiegelungen im Wasser nichts sehen können, da der Wind immer wieder auffrischte und das Wasser daher nicht besonders ruhig war.
Auf unserem Weg in Richtung Milford Sound regnete es immer wieder und so waren unsere Aussichten auf die Bootstour nicht gerade optimistisch. Doch dann, wie ein Wunder, wurde das Wetter plötzlich besser. Wir passierten einen langen Tunnel, um ins Fjordland zu gelangen und mit jedem weiteren Kilometer wurde das Wetter besser. An der Bootsstation angekommen, schien die Sonne und der blaue Himmel lachte uns an.
Unser Boot war wunderbar klein, es hatte Platz für ca. 30 Personen. An Bord gab es für uns Tee, Kaffee und Muffins sowie Kekse. Und dann ging es los.
Zwischen den Felsen entlang, an Wasserfällen vorbei in Richtung offenes Meer. Auf den Klippen lagen häufig Seehunde und sonnten sich. Im Milford Sound kann man manchmal auch Pinguine und Delphine beobachten.
Auf unserem Rückweg fuhr der Kapitän das Schiff so nah an einen Wasserfall, dass wir alle ziemlich nass wurden. Das war ganz witzig, aber für Sabrina nicht so gut, da sie ja seit Ankunft in Neuseeland krank war.
Abschließend kann man sagen, dass dies ein sehr schöner Tag war. Als wir abends gegen 22.00 Uhr wieder in unserem Zimmer waren, waren wir wirklich geschafft.

04. Februar 2006:
Endlich... der Mietwagen war da! Also los und die Gegend auf unsere Weise erkunden.
Unser erstes Ziel war Arrowtown, ein kleines Goldgräberstädtchen. Das Museum informierte anschaulich über die Gegend, den Goldrausch und die Lebensbedingungen zur damaligen Zeit.
Bei dem anschließenden Spaziergang gab es einige alte Häuser und vor allem das China-Town zusehen. Leider müssen wir sagen, dass Arrowtown nicht besonders schön und interessant ist, da alles absolut für Touristen hergerichtet und der Charme, den ein solches Städtchen eigentlich haben sollte, zerstört wurde.
Auf dem Rückweg haben wir noch einen Abstecher zum Coronet Peak gemacht. Eines der größten Ski-Gebiete Neuseelands mit einem Ausblick über die ganze Region bis hin zum Lake Wakatipu und Queenstown.

05. Februar 2006:
Der Süden ruft! Mit dem Auto ging es in den Süden. Nach einem kurzen Stopp in Invercargill ging es die Costal-Road entlang. Nun ja, was die Neuseeländer Straßen nennen, ist für uns ein schlechter Feldweg. Das haben wir gelernt! Die Fahrt dort entlang hat sich jedoch sehr gelohnt.
Wir haben an verschiedenen, menschenleeren Stränden halt gemacht und konnten an einem Strand direkt neben den Seelöwen spazieren gehen.
Sie haben sich gar nicht von uns stören lassen und weiter geschlafen! Es war wunderschön, da wir die einzigen Menschen dort waren und wir die Tiere ganz in Ruhe beobachten und fotografieren konnten.
Ein wenig später sind wir durch den Regenwald zu den Mataj-Wasserfällen spaziert. Diese liegen etwas versteckt, sind aber wunderschön.
Man sollte auf jeden Fall ab und zu an den Aussichtspunkten und Hinweisschildern entlang der Straße halten. Dabei kann man nicht nur die einmaligen Ausblicke in die Buchten und auf das Meer genießen, sondern bei kleinen Spaziergängen versteckte Naturschönheiten bewundern.
Leider hatte der Tag auch etwas nicht besonders Erfreuliches. Uns ist nämlich fast das Benzin ausgegangen und da es Sonntag war und wir am Ende der Welt unterwegs waren, war das nicht gerade lustig. Mit Glück konnten wir an einem kleinen Campingplatz für einen etwas erhöhten Preis tanken.
Dann ging es langsam wieder zurück nach Queenstown. Auf dem Rückweg haben wir am Clyde-Staudamm halt gemacht. Am Ende des Tages hatten wir gut 700 Kilometer zurückgelegt und waren absolut geschafft.

06. Februar 2006:
Diesmal führte uns unser Weg in Richtung Norden. Wir fuhren durch das Gibson Valley, einer berühmten Weinregion im Süden Neuseelands. Dort findet alljährlich im Februar ein großes Weinfest statt. Weiter ging es zur Crown Ranch, einem einsamen Bergpass mit drei Häusern. Hat man die steilen und kurvigen Straßen erst mal bezwungen, wird man mit einem grandiosem Blick über das darunter liegende Tal belohnt.
Unser Ziel an diesem Tag war jedoch Wanaka - ein kleiner Ort am gleichnamigen See. Die Hauptattraktion in Wanaka ist das "Puzzling World". Dort dreht sich alles um Illusionen, Hologramme, Rätsel und mehr.
Es gab einen Raum voller Gesichter, die einem bei jeder Bewegung folgte. Auch der Raum mit dem schiefen Fussboden war lustig. Treppen, die schräg die Wand hinaufführten oder Wasser, das nach oben fließt...!
Im Anschluss ging es in das Great-Maze. Ein riesiges Labyrinth nebenan. Man musste zuerst die vier farbigen Eck-Türme erreichen und dann den Ausgang suchen. Es war wirklich lustig, der Weg war weit, anstrengend und es war verdammt warm.
Dann ging es ins "Transport and Toy Museum" am Flughafen Wanakas. Das Museum beherbergt eine ganz besondere Sammlung, wie wir sie noch nie gesehen haben. Von Kinderspielzeug über Alltagsgegenstände bishinzu Autos, Flugzeugen und Panzer. Eine seltsame Mischung, etwas chaotisch aber witzig.
Unsere letzte Station an diesem Tag war das "NZ Fighter Pilots Museum", welches über die Geschichte der Fliegerei im 1. und 2. Weltkrieg berichtet.
Das Museumsteam restauriert nebenbei alte Kampfflugzeuge und macht diese wieder flugtüchtig. Einmal im Jahr veranstalten sie eine besondere Flugshow, in der eine Flugschlacht nachgestellt wird.
Auf dem Rückweg machten wir Stopp am Kawarau River, um beim Bungee zuzusehen. Auf der Brücke über dem Kawarau befindet sich die erste kommerzielle Bungee-Station der Welt. Sie lockt täglich zahlreiche Besucher, die sich in die Tiefe stürzen wollen.
Da es unser letzter Abend in Queenstown war, hatten Lucille und Graeme uns zum Essen eingeladen. Wie wir nach Hause kamen, waren beide fleißig in der Küche mit den Vorbereitungen für das Dinner beschäftigt. Es war eine wirklich schöne Zeit bei ihnen und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen.

07. Februar 2006:
Gern wären wir noch länger in Queenstown geblieben, doch unser Ziel war schließlich eine Rundreise in Neuseeland. Also ging es weiter.
Unser erstes Tagesziel waren die Goldminen am Kawarau-River. Bei einem Rundgang erkundet man das Gelände und lernt etwas über das Leben und die Lebensbedingungen zur Zeit des Goldrauschs. Am Ende des Rundgangs kann man sich selbst im Goldwaschen üben, wir hatten leider kein Glück.
Dann ging es weiter in Richtung Ostküste nach Dunedin. Unsere Unterkunft, das B+B Harbour Lights, liegt in einem kleinen Fischerort namens MacAndrew Bay auf der Otago Peninsula. Von dort aus waren es ca. 20 Autominuten bis in die Stadt und 15 Autominuten bis zur Albatrosskolonie an der Spitze der Halbinsel.
Die Otago Peninsula beherbert die einzige Festlandkolonie von Albatrossen auf der Welt. In einem Albatross-Center wird anschaulich über das Leben der Tiere auf hoher See berichtet und bei einem kurzen Spaziergang kann man die Tiere live erleben. Wirklich beeindruckend, diese Riesen.
Dunedin selbst ist ein sehr schottisches Städtchen. Die Innenstadt mit ihren vielen historischen Häusern ist in Form eines Oktogons erbaut. Sehr schön anzusehen ist vor allem der Bahnhof im "Zuckerbäcker-Stil". Von dort aus fährt heute jedoch nur noch ein Touristenzug.

08. Februar 2006:
Was wäre Urlaub ohne Regen?!? Ein Traum?!?
Leider hat es den ganzen Tag geregnet, und so war unser Weg von Dunedin in Richtung Fairlie nicht besonders spannend. Auf dem Weg haben wir Stopp in Timaru, einer kleinen Stadt an der Küste, gemacht und sind dort ein wenig spazieren gegangen.
In Fairlie angekommen, waren wir sprachlos... etwas derartiges hatten wir noch nie erlebt. Die Stadt glich einer Geisterstadt. Nicht einmal ein Hund oder eine Katze waren auf der Straße zu sehen. Eine kurze Regenpause nutzten wir für einen Spaziergang und anschließend entspannten wir vor dem Fernseher und planten die nächsten Tage.

09. Februar 2006:
Nach dem Frühstück ging es auf in Richtung Christchurch. Leider regnete es noch immer!
Im "Broad Oaks Vista" angekommen, gab es zur Begrüßung erst einmal Tee und Muffins. Das kleine B+B liegt oberhalb der Stadt und gutes Wetter vorausgesetzt hätte man einen wunderbaren Blick über ganz Christchurch. Leider war das Wetter jedoch nicht entsprechend.
Etwas später ging es dann zur Erkundung in die Stadt. In der Kathedrale wurde gerade eine Blumenausstellung vorbereitet und wir konnten bereits einen Blick hineinwerfen. Wirklich schön!
Christchurch hat eine ganz besondere Attraktion - die einzige Straßenbahn Neuseelands. Die historischen Wagen werden heute für eine kleine Stadtrundfahrt genutzt und führen vorbei an der Kathedrale, der Kunstgalerie, dem Künstlerviertel, dem botanischen Garten und einigen wunderschönen historischen Häusern.

10. Februar 2006:
Heute ging es ins Antarctic Center. Dort wird das Leben der Wissenschaftler in der Scott-Base früher und heute erklärt. Das Leben und die Arbeit dort muss damals wirklich hart gewesen sein. Mit einfachsten Mitteln wurde dort Forschung betrieben.
Heute sind die Forschungsstationen relativ modern und das Leben halbwegs angenehm. Ein Windkanal soll veranschaulichen wie sich ein Sturm in der Antarktis anfühlt. Für uns war es nichts Spektakuläres, genau wie der Winter in Deutschland! Aber für die Einheimischen war es verdammt kalt.
Etwas später ging es dann in den botanischen Garten. Vom Rosengarten über den Kräutergarten bis hin zum Palmenhaus mit Bananen- und Ananasstauden gibt es dort wirklich viel zu sehen. Unser Spaziergang hat ca. zwei Stunden gedauert und wir haben bei weitem nicht alles sehen können.
Mit der Straßenbahn ging es dann noch einmal in die Innenstadt. Abends gab es im "Broad Oaks Vista" ein herrliches Abendessen und eine nette Unterhaltung.

11. Februar 2006:
Die Zeit verging wie im Flug und so mussten wir wieder einmal aufbrechen. Unser Weg sollte uns nach Greymouth an der Westküste führen. Die kurvige und anspruchsvolle Straße über den Arthurs Pass legten wir leider im Regen zurück und je näher wir dem berühmten Arthurs Pass kamen, desto stärker wurde der Regen. Die Fahrt war anstrengend, doch am Ende hat es sich gelohnt. Nachdem wir die Berge hinter uns gelassen hatten, kam die Sonne raus und so war plötzlich schönstes Wetter.
Dies veranlasste uns kurzfristig einen Abstecher in eine weitere Goldgräberstadt zu machen. In Shantytown hat man noch immer das Gefühl zur Zeit der Goldgräber zu leben, die Häuser sind originalgetreu erhalten, die Mitarbeiter tragen Kleidung aus der besagten Zeit und ein alter Dampfzug bringt die Besucher zum Goldfeld.
Mit vielen Details wurde in Shantytown liebevoll die Geschichte wieder zum Leben erweckt. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
In unserer Unterkunft in Greymouth (bei Pam) angekommen, gab es frischgebackenen Kuchen und Tee. Greymouth ist eine kleine Hafenstadt, die hauptsächlich vom Verladen und Verarbeiten von Kohle und Holz lebt.

12. Februar 2006:
Der Regen hat uns wieder eingeholt! Die ganze Nacht durch hatte es gestürmt und geregnet und so ließen wir uns beim Frühstück etwas mehr Zeit (was auch an den frischgebackenen Waffeln lag).
Unser Ziel war heute Nelson, jedoch war eigentlich der Weg das Ziel. Die Pancake-Rocks waren unsere erste Station. Die Felsformationen vor der Küste wirken wie Stapel von Pfannkuchen.
In vielen Millionen Jahren wurde der durch Wind, Wetter und Salzwasser der Kalk aus den Felsen gewaschen und so entstanden diese seltsam wirkenden Formationen. Bei Flut steigt das Meerwasser aus den Felsspalten viele Meter in die Höhe. Eine besondere Formation wirkt wie ein König mit seinem Gefolge.
Etwas weiter in Richtung Norden liegt das "Cape Foulwind" mit starken Stürmen und meterhohen Wellen, die an den Felsen brechen.
Nur einen Kilometer davon entfernt gibt es wieder einmal eine von zahlreichen Seehundkolonien Neuseelands. Von einem Leuchtturm aus kann man in die Tiefe sehen und die Seehunde samt Nachwuchs beobachten.

13. Februar 2006:
Diesmal ging es zur Nordspitze der Südinsel, dem "Cape Farewell". Unberührte Natur am Ende der Welt, kilometerlange weiße, einsame Strände, nur einige Vögel und Krebse kreuzten unseren Weg. Ein Schild sagte uns, dass es bis zur Spitze 2,5 Kilometer sein sollten. Das ist zu schaffen, dachten wir. Doch dann kam die Überaschung!
Nach ca. einem weiteren Kilometer teilte uns das nächste Schild mit, dass es ebenfalls noch 2,5 Kilometer sein sollten. Naja, wir haben uns nicht entmutigen lassen und gingen weiter.
Nach ca. vier weiteren Kilometern gaben wir auf! Das Ziel schien unglaublich weit weg und schließlich mussten wir den ganzen Weg in der Mittagssonne wieder zurück!
Etwas später haben wir dann herausgefunden, dass es noch gut 15 Kilometer gewesen wären und die Schilder wohl nur zum Spaß dort standen. Die Kiwis haben schon einen seltsamen Humor!

14. Februar 2006:
Nach einem kurzen Stadtbummel und den obligatorischen Ansichtskarten nach Deutschland ging es weiter in Richtung Picton. Der kleine Ort an der "Cook Strait" ist die Verbindung zwischen Nord- und Südinsel, da dort die Fähre in Richtung Wellington ablegt.
In Picton gibt es ein sehr kleines Aquarium, was sich hauptsächlich mit Seepferdchen beschäftigt. Das sind wirklich süße kleine Meeresbewohner. Wahnsinnig hübsch und elegant.
Leider geht mit diesem Tag auch unsere Zeit auf der Südinsel zu Ende. Bis hierher war es eine wunderschöne Reise, wir haben viel gesehen und erlebt und sehr nette Menschen kennengelernt.

15. Februar 2006:
Bye bye South Island! Mit der Fähre ging es von Picton aus über die "Cook Strait" nach Wellington. Noch ein letzter Blick zurück auf Picton, die Südinsel und die vergangenen zwei Wochen.
Glücklicherweise war es eine sehr ruhige und sonnige Fahrt, so dass wir vom Sonnendeck aus die Aussicht auf die Marlborough Sounds genießen. Die Fjorde der Marlborough Sounds mit ihrem azurblauem Meer und den wie mit Samt überzogenen grünen Hügeln und Bergen lassen nicht erahnen, dass die "Cook Strait" zu einer der gefährlichsten Wasserstraßen der Welt zählt.
Am Fährhafen in Wellington erwartete uns bereits ein neuer Mietwagen und so ging es gleich nach Petone zu Maria. Sie wartete schon sehr lange auf uns und war hoch erfreut uns endlich zu treffen.

16. Februar 2006:
Das Cape Palliser ist der südlichste Punkt der Nordinsel und sollte deshalb natürlich auch von uns besucht werden.
Die Straßen - oder was die Kiwis Straßen nennen - waren kaum befahren und es wirkte, als würden sich normalerweise keine Touristen dorthin verirren. Menschenleere Strände, ab und zu ein paar Häuser und Fischerboote. Menschen haben wir kaum gesehen. Wahrscheinlich haben wir mehr Bekanntschaften mit Seehunden geschlossen, als mit Einwohnern, aber das macht ja nichts!

17. Februar 2006:
Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, ist mit ihren 370.000 Einwohnern nicht die größte Stadt Neuseelands, dafür aber sehr schön.
Am Hafen lädt das Nationalmuseum "Te Papa" zu einem Besuch ein. Es zeigt sehr anschaulich und häufig interaktiv die Geschichte Neuseelands von der Ankunft der ersten Siedler bis hin zu den großen Vulkanausbrüchen und deren Folgen. Außerdem erklärt es Fauna und Flora Neuseelands spielerisch mit vielen interaktiven Bereichen.
Vom Hafen aus kann man durch das Regierungsviertel in die Innenstadt gehen. Viele Restaurants und Cafés laden zu einer kleinen oder auch großen Pause ein. Wer lieber Geld ausgeben möchte, wird auch in Wellington sicher das Richtige finden.

18. Februar 2006:
An der Westküste entlang ging es weiter in Richtung Norden. Unser Tagesziel war Wanganui, ein kleines Städtchen direkt am Meer. Aber bis dahin war es ein weiter Weg.
Nach einer Pause an einem der vielen Badestrände ging es zum Airforce-Museum.
Das Museum ist auf einem ehemaligen Luftstützpunkt untergebracht und zeigt zum einen die Geschichte der militärischen Luftfahrt in Neuseeland und zum anderen die Geschichte des Stützpunktes.
Es wurde außerdem ein Einblick in das Leben und den Tagesablauf der dort stationierten Soldaten und deren Familien gewährt.
Anschließend ging es dann nach Wanganui. Nicht weit von der Stadt entfernt gibt es in Castlecliff einen wunderschönen schwarzen Sandstrand an dem viele Einheimische und Touristen den Sonnenuntergang genießen.

19. Februar 2006:
Der schwarze Strand sah in der Abendsonne ganz bezaubernd aus - doch am Tag ist er die Hölle. Man sollte wahrhaftig nicht versuchen dort barfuß spazieren zu gehen, das haben wir gelernt.
Nachdem wir also noch einige Zeit am Strand unterwegs waren, ging es zurück in die Stadt, um mit der "Waimarie" eine Flussfahrt zu machen. Der alte Flußdampfer war vor vielen Jahren auf den Grund des Flusses gesunken und 40 Jahre später geborgen worden.
Das Schiff wurde durch viele tatkräftige Menschen restauriert und fährt heute eine Strecke von ca. 13 Kilometern flussaufwärts und wieder zurück. Dabei wird ein wenig über die Geschichte des Schiffes, der Stadt und der Umgebung berichtet.

20. Februar 2006:
So schön es in Wanganui auch war, es musste weitergehen. Vorbei am Mt. Ruapehu ging es weiter in Richtung Norden. Der Mt. Ruapehu ist einer der aktivsten Vulkane Neuseelands und ein begehrtes Ausflugsziel. Leider war es Wolken verhangen und so konnten wir nicht viel von ihm sehen, außer kleine Rauchwölkchen, die an einer seiner Flanken aufstiegen.
Weiter ging es nach Taupo, einer kleinen Stadt am gleichnamigen See. Nach dem Mittagessen und einem kleinen Spaziergang am Ufer des Sees ging es weiter zu den Huka Falls.
Die Huka Falls markieren einen Engpass im Flussbett des Waikato Rivers. An dieser Stelle wird der mächtige Fluss durch eine enge und steinige Schlucht geführt und rauscht weit hörbar dort entlang.
Anschließend ging es weiter nach Rotorua, eine der aktivsten Regionen Neuseelands.
Im "Te Puia" kann man den Geysieren, Mudpools und heißen Quellen ganz nah sein.
Ein hölzerner Pfad führt durch den brodelnden Park. Zur richtigen Zeit kann man den Geysier in die Höhe schießen sehen und einige wunderschöne Fotos machen.
Für einfühlsame und empfindliche Nasen ist Rotorua jedoch nicht gerade das Paradies. Aufgrund der erhöhten Erdaktivitäten riecht es überall sehr stark nach Schwefel, dies ist äußerst gewöhnungsbedürftig, doch nach einer gewissen Zeit nimmt man es kaum mehr wahr.

21. Februar 2006:
Das Museum von Rotorua ist im alten Badehaus untergebracht. Es zeigt anschaulich, wie die Erdwärme in früheren Jahren genutzt wurde und wie die Menschen in diesem äußerst aktivem Gebiet gelebt haben.
Ein kleines Kino mit sich bewegenden Sitzen versetzt die Besucher in die Zeit der großen Vulkanausbrüche zurück. Das Badehaus liegt in den "Government Gardens", direkt am Lake Rotorua.
Bei einem Spaziergang am See kommt man immer wieder an heißen Quellen, brodelndem Matsch oder dampfenden Sand vorbei.
Die Region rund um Rotorua ist auch für ihre Maori-Villages bekannt.
In diesen alten Dörfern wird dem Besucher bei einer Vorstellung das traditionelle Leben der Maori gezeigt. Eine kurze Tanzdarbietung zeigt die kulturellen Hintergründe der Maori.
Bei einem "Hangi", einem traditionellem Festmahl, werden einheimische Spezialitäten gereicht. Das "Hangi" ist ein mehrgängiges Abendessen, welches ausschließlich in einem Erdofen gegart wird. Dazu wird ein Erdloch ausgehoben, rund herum mit Steinen ausgelegt, anschließend mit Feuerholz aufgefüllt und angezündet.
Nachdem das Holz verbrannt wurde, wird die Asche entfernt und die Speisen in das Loch gelegt. Alles wird mit Jute- oder Kartoffelsäcken bedeckt und die heißen Steine werden darüber gelegt. Nun noch alles mit Erde bedecken und warten. Wenn man lange genug gewartet hat, ist sogar das ganze Hähnchen samt Füllung gar und es kann serviert werden.

22. Februar 2006:
Die berühmten Waitomo Glowworm-Caves waren unser heutiges Reiseziel. Vorbei an Hobbiton, dem Lebensraum der Hobbits in Herr der Ringe, ging es bergauf und bergab entlang an grünen Wiesen und Hügeln.
Der Film "Herr der Ringe" wurde in vielen verschiedenen Landesteilen von Neuseeland gedreht. Die jedoch auffälligste Landschaft im Film sind die grünen Hügel der Nordinsel. Dort lebten im Film die Hobbits.
Heute kann man das Hobbit-Dorf bei einem Spaziergang erkunden und die kleinen Gebäude von innen betrachten. Leider war das Wetter nicht wie gewünscht und wir waren nicht so richtig angetan von der Idee, im strömenden Regen durch das Grün zu spazieren. Aber dies kann ja ein Ziel für den nächsten Urlaub werden.
Die Waitomo Glowworm-Caves sind die berühmtesten Glühwürmchen-Höhlen in Neuseeland. Die Glühwürmchen-Art von Waitomo, Arachnocampa luminosa, ist einzigartig in Neuseeland. Die Tour durch die Höhlen inklusive einer Bootsfahrt in den Höhlen dauert etwa 45 Minuten. Bei einem Ausflug dorthin sollten Uhrzeiten gegen Mittag vermieden werden, da dann die großen Reisebus-Gruppen eintreffen.

23. Februar 2006:
Heute gibt es nicht so viel zu berichten. Wir hatten eine lange Fahrt von Hamilton nach "Far North" vor uns. Far North und Northland gehören mit Attraktionen wie der Bay of Islands, dem 90-Mile-Beach, dem Cape Reinga, wilden Pferden, schneeweißen Stränden und vielen anderen Schönheiten auf jeden Fall auf die Reiseroute.

24. Februar 2006:
Heute ging es mit einem kleinen Allradbus zu einer Tour quer durch Far North. Das besondere an dieser Tour war, dass wir die einzigen Passagiere waren und wir stoppen konnten, wo immer wir mochten. Der Fahrer, Dave, ist ein Maori und kennt diese Gegend wie seine Westentasche.
Zuerst ging es zum 90-Mile-Beach. Ein wunderschöner Strand, der seinem Namen jedoch nicht ganz gerecht wird. Ehrlich gesagt ist dieser Strand nicht einmal 90 Kilometer lang, aber das macht ja nichts. Am Strand fand ein Fischer-Wettbewerb statt, bei dem der Sieger (der den größten Snapper gefangen hat) eine Prämie von 50.000 NZ $ erhält. Dieser Wettbewerb findet jedes Jahr im Februar statt und hat ungefähr 1000 Teilnehmer, die Tag und Nacht angeln.
Nach einem kurzen Spaziergang am Strand ging es in den Wald, die wilden Pferde suchen und beobachten. Wenn man gut im Lassowerfen ist und genügend Kraft besitzt, kann man sich gern ein Pferd mit nach Hause nehmen. Aber da muss man wirklich ein wahrer Cowboy sein, oder warum sonst laufen die Tiere noch immer frei umher?
Aber das ist nicht alles, man könnte auch Wildschweine jagen. Dies ist für jedermann erlaubt, es gibt jedoch eine Bedingung: Gejagt wird mit Messern, nicht mit Gewehr oder Pistole. So sind die Chancen ausgeglichener.
Anschließend ging es in die Dünen zum Sandboarding. Uns war nicht bewusst, dass es derartig schöne und große Dünen in Neuseeland überhaupt gibt. Wir kamen uns vor wie in der Wüste. Martin nahm also ein Mini-Surfboard und machte sich in einer Karawane auf, die Düne zu erklimmen, während Sabrina unten wartete und Fotos machte. Das war ein Spaß (vorallem, als Dave abhob)!
Weiter ging es zu einer kleinen Bucht nahe des Cape Reinga. Dort verbrachten wir den Mittag, aßen unser Lunch und warteten durch das warme Wasser.
Nach dieser Verschnaufpause ging es zum berühmten Cape Reinga, der Nordspitze Neuseelands. Vor der Küste des Cape Reinga treffen Pazifik und Tasman Sea aufeinander und wilde Wasserströme bilden sich.
Der Ausblick vom Leuchtturm ins nichts ist einfach wunderbar, fast unbeschreiblich schön.
Auf dem Rückweg hielten wir in einer kleinen Ortschaft, um ein Eis zu Essen. Wirklich empfehlen können wir euch Hookey-Pookey-Icecream, eine Art Sahneeis mit schmilzenden Karamelstückchen. Sehr lecker!
Unsere letzte Station an diesem Tag war ein weißer, menschenleerer Strand an der Ostküste. Früher war dieses Gebiet mal eine große Düne aus Quarz-Sand. Sie wurde jedoch abgetragen und zu feinstem Glas verarbeitet. Es war ein wunderschöner Tag!

25. Februar 2006:
Ziel des Tages war die "Bay of Islands", eine große Bucht mit vielen kleinen vorgelagerten Inseln. Von Pahia aus haben wir an einer Bootstour zum "Hole in the Rock" teilgenommen.
Der "Hole in the Rock" ist ein großer Fels vor der Küste. Mitten in diesem Fels ist ein riesiges Loch, durch das sogar die Ausflugsboote durchfahren können.
Während der Tour konnten wir Delfine und Pinguine beim Schwimmen und Spielen beobachten. Gute Schwimmer können auch eine besondere Bootstour buchen. Beim "Swimming with the dolphins" fährt das Boot nah an die Delfine heran und dann geht es ab ins Wasser.
Wenn man schnell genug ist, kann man die Tiere sogar anfassen und neben ihnen schwimmen. Das hört sich wirklich toll an, ist jedoch nur für erfahrene Schwimmer geeignet, schließlich handelt es sich um das offene Meer und nicht um einen Pool. Schön anzusehen sind die Tiere auf jeden Fall, man muss ja nicht unbedingt mit ihnen schwimmen gehen.

26. Februar 2006:
Die letzten Tage unseres Urlaubs sind angebrochen und deshalb geht es nun in Richtung Auckland. Vorbei an den großen Sanddünen von Hokianga Harbour ging es zum "Waipoua Forest" und dem größten und ältesten aller Kauri-Bäume "Tane Mahuta".
Dieser Kauribaum hat einen Stamm von 17,7 m Höhe, ist insgesamt 51,5 Meter hoch und sein Umfang beträgt 13,8 Meter. Sein geschätztes Alter ist etwa 2000 Jahre. Kauribäume stehen heute unter Naturschutz.
Die Rodung ist nur den Maori für rituelle Zwecke gestattet. Die Souvenirs und andere Produkte die man kaufen kann, sind tatsächlich aus dem Holz der Kauribäume gemacht, jedoch nur aus Sumpf-Bäumen (Bäume, die lange Zeit im Sumpf lagen und nun geborgen werden).
Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den Kauriwald ging es zu Christine nach Muriwai Beach, etwa 50 Autominuten von Auckland entfernt. Muriwai Beach ist natürlich für seinen wunderschönen Strand berühmt, aber auch die Gannet-Kolonie ist ein Anziehungspunkt für Touristen.

27. Februar 2006:
"Kelly Tarlton´s Antarctic Encounter and Underwater World" war der Lebenstraum von Herrn Tarlton und wurde nahe der Bucht von Auckland in ein stillgelegtes Bergwerk gebaut. Kurz nach Fertigstellung und Eröffnung verstarb der schwerkranke Vater dieses besonderen Aquariums.
Es beherbergt heute neben riesigen Rochen auch eine Pinguin-Kolonie, für die täglich eine Tonne frischer Schnee produziert wird. Der Besucher fährt mit einem Snowcat einmal um die Anlage und kann so die Pinguine aus der Nähe erkunden, ohne dass die Tiere sich gestört fühlen.
Höhepunkt ist jedoch das riesige Aquarium, welches sich wie der Himmel über den Durchgang für die Besucher legt. Mit einer Rollbahn fährt man unter dem Aquarium durch und kann dabei viele verschiedene und besonders anmutig wirkende Fische bestaunen. Oder auch den netten Tauchern beim Füttern der Fische oder dem Reinigen des Beckens zusehen.

28. Februar 2006:
Heute heißt es Koffer packen. Nach dem Frühstück haben wir schon mal unsere Siebensachen zusammengepackt und sind anschließend zur Gannet-Kolonie gefahren. Bei stärksten Wind steigen diese Vögel immer wieder auf und suchen nach Nahrung. Beeindruckend.
Der Strand von Muriwai Beach ist nur bei Ebbe begehbar und so machten wir noch einen letzten Spaziergang die Bucht entlang.
Es waren viele Kite-Surfer unterwegs und nutzten die starken Winde zum Abheben. Wahnsinn, wie weit sie in die Lüfte getragen wurden.

01. März 2006:
Da war er nun, unser letzter Tag! Leider kam das Ende dieses wunderschönen Urlaubes so schnell, dass wir noch nicht gehen wollten. Gern wären wir noch länger geblieben, doch wir haben natürlich auch nicht unendlich viel Urlaub.
Und so flogen wir leider wieder zurück in das vom Winter beherrschte Deutschland. Über Brisbane im Regen, Singapur in tiefer Dunkelheit und Dubai im Sandsturm ging es in das verschneite Deutschland zum Frankfurter Flughafen.
Wir haben die Heimreise jedoch mit vielen wunderbaren Eindrücken und Bekanntschaften angetreten und freuen uns, diese netten Kiwis im nächsten Jahr wieder zu sehen.
Neuseeland ist ein so beeindruckendes Land, die Vielfalt von Flora und Fauna, von Bauwerken und Kulturen machten es uns wirklich schwer wieder nach Hause zu fahren. Leider gehen aber auch die schönsten Zeiten irgendwann vorbei. Aber wir kommen ja wieder!