28.11.2007 Tag 1 - Endlich ging es los!
Um 5:40 Uhr sind wir in Kassel losgefahren. Nach einer ruhigen und entspannten Fahrt sind wir kurz nach 8 Uhr am Frankfurter Flughafen angekommen. Das Auto mussten wir leider unaufgetankt abgeben, haben die Tankstelle nicht gefunden. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass sie in der Nähe vom Terminal 2 ist – wir waren aber am Terminal 1. Macht ja nichts.
Der Check-In war schon interessant. Ich war auf 2 Plätzen gebucht 4A und 23B – was sich aber am Gate klärte und ich durfte am Fenster sitzen. Der Flug verlief bis auf ein Paar Turbulenzen am Äquator ruhig (und das in 10.000m Höhe!). Vom Essen an Bord hatte ich mir etwas mehr vorgestellt, die Stewards waren sehr bemüht, aber so wie bei Emirates war es nicht. Es sind halt doch zwei sehr unterschiedliche Fluglinien. Während des Fluges nutze ich das kleine Videoprogramm und schaute erstmal „Stirb Langsam 4“, „Spidermann 3“, „The Contract“ und zum Schluss „Am Limit“. Gelandet sind wir sehr pünktlich, alle Koffer haben ihr Ziel erreicht und ich hatte einen neuen Stempel im Pass.
Die Fahrt zum Hotel dauerte noch ca. 45 Minuten; dort wurden wir mit einem kleinen Imbiss empfangen. Hier lernte ich auch Erwin und Regina kennen. Nach ca. 30 Minuten ging ich in mein Zimmer; es wurde Zeit sich zu Hause zu melden – leider musste ich feststellen, dass dies nicht ganz so einfach war. Mein Handy wollte am Anfang gar nicht, hatte kein Netz gefunden. Internetzugang war auch nicht so einfach, im Hotel gab es Internet für 20$/Tag, was ich mir nicht wirklich antun wollte – so suchte ich eine Zeit mit dem Notebook und fand ein offenes Netzwerk, worüber ich eine SMS an Sabrina senden konnte. Daraufhin rief sie mich. Danach war es Zeit ins Bett zu gehen. Der Tag war ganz schön hart.

29.11.2007 Tag 2 - Das Abenteuer sollte beginnen!
Der Wecker war auf 7 Uhr eingestellt, doch was war passiert? Das Handy war noch nicht auf die lokale Zeit umgestellt und so wurde ich um 3 Uhr geweckt. Irgendwie schlief ich doch noch ein und wurde dann schließlich um 7 Uhr von der Armbanduhr geweckt. Es gab leckeres Frühstück: Brötchen mit Schinken und Lachs – im zweitem Gang gab es Spiegeleier – um das Ganze zu verfeinern drei frisch gepresste Orangensaft und Tee.
Nach dem Frühstück ging es los die Stadt zu erkunden. Wir fuhren durch die engen Straßen von Buenos Aires und schaute einige Sehenswürdigkeiten und Plätze an. Speziell war das Grab von „Evita“ - ein eigenartiger Friedhof, den man so in Europa bestimmt noch nicht gesehen hat. Hierbei handelt sich um „Zimmer/Haus-Kombinationen“ in denen die Särge von Außen zu sehen sind. Einige der Bauwerke sind richtige Kunstwerke.
Nach der Fahrt gab es zwei Stunden Pause, die ich zum Telefonieren nutzte: 1. Sabrina, 2. Stefan, 3. Mutti und 4. Vati. Um 15:30 Uhr war die Pause zu Ende. Wir hatten uns zu einem kleinen Einkaufsbummel verabredet und gingen noch in der Gegend rund um das Hotel etwas spazieren. In einem kleinen Straßencafe gab es den ersten Cappuccino, anschließend gingen wir in ein von unserem Guide empfohlenes Restaurant namens „Balcony Steak House“, wo wir natürlich „Bife de Lomo“ gegessen haben – dazu hatte ich mir Pommes bestellt, was sich als eine sehr gute Wahl herausstellte – Hand gemachte Pommes – wie zu Hause. Dazu gab es Rotwein und Mineralwasser. Als Abschluss noch einen Cappuccino.
Nach dem Essen ging es zurück ins Hotel, wo ich meine Koffer packte und für die Abholung vor die Tür stellte. Sie wurden abends abgeholt, vom Reiseleiter zum Flughafen gebracht und eingecheckt – wir sollten sie erst an nächsten Tag vor der Einschiffung wiedersehen. Alles wichtige für die Nacht musste also in der Laptoptasche Platz finden. Am nächsten Tag ging es früh los! Um 3:30 Uhr war die Nacht vorbei. Um 5 Uhr war Abfahrt Richtung Flughafen. Es ging weiter nach Ushuaia – 3.800 km von Buenos Aires entfernt. Das bedeutete auch Ende mit der schönen Wärme von 28°C – jetzt sollte es kalt werden.

30.11.2007 Tag 3 - Der frühe Vogel...
Heute mussten wir ganz schön früh aufstehen. Die Rezeption weckte alle um 3:30 Uhr. Das war für mich aber nicht so schlimm wie ich vorher dachte. Durch die Zeitumstellung war es ja eigentlich schon 7:30 Uhr (Deutschland). Die Koffer wurden schon am Vorabend ohne Probleme eingecheckt. Das Frühstück war sehr gut, während wir frühstückten bekamen wir unsere Bordkarten.
Die Fahrt zum Flugzeug per Bus war einfach unvergesslich. Wir mussten alle ganz schön lachen, als wir nach 30 Sekunden Fahrt vor dem Flugzeug standen. Das Ein- und Aussteigen dauerte beim weitem länger. Wir hätten auch gleich zu Fuß hingehen können. Ich hatte Platz 4D – leider nicht am Fenster. Mit dem Handgepäck war es auch nicht so einfach, musste es in der so genannten „Exclusive Class“ hinter die Sitze legen – so richtig auf das Handgepäck geachtet hat aber niemand. Was man immer häufiger hörte: die Argentinier nehmen alles nicht so genau. An einem der Triebwerke wurde die Enteisungsanlage ausgewechselt. Der Flug selbst ging sehr schnell um, wir hatten super Wetter und Rückenwind – die Verspätung wurde fast wieder eingeholt.
In Ushuaia angekommen wurde erstmal das Handgepäck nach Essen durchsucht – was das sollte wussten wir nicht so richtig – schließlich sind wir nicht auf einer Insel sondern immer noch in Südamerika. Weiter ging es vom Flughafen in die Stadt hinein, wo wir erstmal 2 Stunden Zeit für uns hatten – ich schaute mich hier erstmal nach Postkarten um, denn schließlich hatte ich versprochen mich von der südlichsten Stadt der Welt zu melden. Für das Städtchen hätte man noch etwas mehr Zeit haben müssen, aber die hatten wir leider nicht. Im Programm stand noch eine kleine Rundfahrt mit dem Bus und ein traditionelles Mittagessen – Lamm + Beilagen. Wie das Lamm vorbereitet worden ist, kann man schön auf einigen Bildern sehen. Anschließend ging es noch über einen kleinen Umweg über den Pass auf die andere Seite der Berge und wieder zurück nach Ushuaia und zum Schiff.
In meiner Kabine angekommen, richtete ich mich erstmal häuslich ein und räumte alles störende weg. Dann ging es auf Erkundungstour durchs Schiff und zum Essen. Am Abend nutzten wir noch den Landgang zum Fotografieren im Hafen. Schließlich ging es ins Bett, noch ohne Probleme :-)

01.12.2007 Tag 4 - Auf See
Das Schlimmste war passiert: gleich nach dem Aufwachen fuhr ich plötzlich Karussell, mir war schlecht und ich fragte mich: was ich hier eigentlich mache? Als erstes nahm ich die mitgebrachten Tabletten - aber leider ohne Erfolg. Dann lies ich über die Rezeption den Doktor benachrichtigen und ein Paar Minuten später war er bei mir – ich war sein erster Patient an diesem Tag. Nach zwei Spritzen schlief ich ein und wachte erst am Abend wieder auf – leider wieder mit dem Gefühl Karussell zu fahren. Und die Prozedur begann von Neuem, aber dieses Mal nur mit einer Spritze. Am nächsten Tag sollte ich mir einen Pflaster abholen, was ich am Abend auch machte. Dieser Tag war aber nicht nur für mich schlimm, sehr viele Passagiere waren seekrank. Die gesunden Passagiere hatten sich über die beim Essen fehlenden Passagiere bereits Sorgen gemacht. Da aber keiner die Nachnamen bzw. Zimmernummern wusste, mussten sie den nächsten Tag abwarten. Zum Glück verpasste ich an diesem Tag nichts – den Parka und die Gummistiefel bekam ich auch am nächsten Tag noch.

02.12.2007 Tag 5 - Land in Sicht!
Die Strapazen des letzten Tages waren vergessen und es ging mir wieder gut. Wir ankerten vor New Island und machten uns bereit zum Landgang. Was man anziehen sollte, war schwierig zu entscheiden. Draußen schien die Sonne und wir hatten 10°C. Hier wären 3 Schichten Kleidung einfach zu viel. Ich habe einfach die Wanderhose und Regenhose angezogen. Auf der Insel angekommen merkten wir aber, dass wir viel zu warm angezogen waren. Die Bewohner, die uns empfingen standen dort in T-Shirt und kurzer Hose. Es war sehr warm! Vom Strand aus ging es quer über die Insel zu einer Kolonie von Felsenpinguinen, Schwarzbrauenalbatrossen und Königskormoranen. An einigen Punkten unseres Weges hatten sich die mitreisenden Biologen aufgestellt und die verschiedenen Tierarten bzw. Pflanzen erklärt. Nach dem kurzen Ausflug ging es wieder zum Schiff, wo schon eine heiße Bouillon auf uns wartete. Einfach lecker!
In der Zwischenzeit nahm das Schiff Kurs auf Carcass Island. Nach 3 Stunden Fahrt waren wir dort und es ging weiter mit den Zodiacs. Ein schöner Strand wartete auf uns und man konnte schon vom Boot aus erahnen, dass es eine spezielle Wanderung sein wird. Auf dem Weg wurden wir von Schwarzkinn-Delfine begleitet und so sorgten sie für einige extra Runden mit dem Zodiac. Leider waren sie schneller als wir.
An Land angekommen wurden wir durch Esels- und Magellanpinguine empfangen, die gerade von der Jagd aus dem Meer gekommen sind. Vom Strand aus ging es über grüne Wiesen zu unserem Ziel, der Teestube der McGills – wo heißer Tee und leckere selbst gebackene Kekse auf uns warteten. Auf der gut zwei Stunden dauernden Wanderung sahen wir gleich nach verlassen des Strandes einige Magellanpinguine, die in Erdhöhlen brüteten. In den Höhlen sind ihre Eier vor den Skuas, die wir schon auf New Island gesehen hatten, etwas geschützter. Die Wanderung war eine willkommene Abwechselung nach dem ersten Seetag, den ich ja in der Horizontalen verbringen musste.
Am Schiff angekommen war es langsam Zeit sich für das „Käptains Wilkommens-Abendessen“ vorzubereiten. Die Eröffnung fand in Club auf Deck 5 statt, wo jeder persönlich durch den Kapitän begrüßt wurde – danach wurde uns die restliche Besatzung vorgestellt.

03.12.2007 Tag 6 - Die Falkland Inseln
In der Nacht hatten wir Kurs auf Stanley genommen und kamen pünktlich gegen 6:30 Uhr im Hafen an. Nun hatten wir Zeit die Hauptstadt zu erkunden und uns die Beine zu vertreten, bevor wir um 13:00 Uhr Kurs auf Süd Georgien nahmen.
Heute brauchten wir nicht in die Zodiacs umzusteigen, wir waren in der Zivilisation angekommen und konnten das Schiff normal verlassen. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg Richtung Zentrum und schon hatten wir die Hauptstraße verlassen. Es ging gut den Berg hinauf, von wo man einen sehr schönen Blick auf die Stadt von oben hatte. Hier gab es sogar einen Computerladen, in dem man sich, wenn nötig, mit DVD-Rohlingen eindecken konnte. Im Zentrum angekommen besuchten wir zuerst die Post, um ein paar Postkarten zu schreiben. Auf der Hauptstraße ging es weiter zur Christchurch-Kathedrale, vorbei an vielen englischen Häusern und an den beiden Kriegsdenkmälern, die an die bewegte Vergangenheit der Falkland-Inseln erinnern.
Zurück zum Schiff ging es mit dem eingerichteten Pendelbus, der an der Touristeninformation abfuhr. Der Besuch auf den Falkland-Inseln ging zu Ende. Wir verliessen die Zivilisation und man konnte es kaum glauben, wir hatten keinen in der Hauptstadt verloren – alle Passagiere waren wieder am Bord. Vielleicht lag es aber auch am Mittagessen: Es gab frische Austern! Ich holte mir jedoch einen frisch gegrillten Cheeseburger mit Pommes und Salat. Während wir unser Mittagessen genossen, nahm die MS Bremen Kurs auf Süd Georgien – die längste Seestrecke der Reise lag nun vor uns: 763 Seemeilen.
Zur Vorbeugung gegen die Seekrankheit holte ich mir noch schnell einen Pflaster beim Schiffsarzt, damit es mir nicht so erging wie während der ersten Überfahrt.

04.12.2007 Tag 7 - Auf See
Der erste von den zwei Seetagen auf unseren Weg nach Süd Georgien begann sehr ruhig, wir hatten Glück. Auf dem Plan standen heute einige interessante Vorträge, einen davon wollte ich unbedingt besuchen: "Foto Tipps - Bilder erzählen Geschichten" (Ein Vortrag von unseren Gastlektoren Rosamaria und Heiner Kubny). Vielleicht kann ich mir einige neue Fotoideen abgucken und auf der weiteren Reise verwenden. Der Tag hatte auch einige kulinarische Spezialitäten zu bieten. Zum Mittagessen gab es frischen Lachs und am Abend das "Chef's Dinner".

05.12.2007 Tag 8 - Auf See
Der zweite Seetag begann so freundlich wie der erste - es gab kaum Seegang. Wir mussten aber schon recht früh aufstehen, gegen 6 Uhr passierten wir die Shag Rocks, die ich fast verschlief. Zum Glück lagen die Kamera und die Anziehsachen immer griffbereit, so war ich sehr schnell an Deck und konnte sie mir angucken. Wir sahen auch die ersten Tafeleisberge, die die großen Shag Rocks, immerhin ca. 75m hoch, winzig aussehen liessen.
Nach dem Frühstück wurden wir auf die nächsten Ausflüge vorbereitet. Als erstes gab es einen Vortrag über die Pinguine und später ging es um die Verhaltensregeln und Richtlinien gemäß der "IAATO" (International Association of Antarctic Tour Operations). Der wichtigste Punkt für uns alle war es, die Antarktis zu bereisen und sie in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten.
Gegen 11 Uhr wurde es auf einmal spürbar kälter, ein Zeichen, daß wir die Antarktischen Konvergenz passiert hatten. Die Wassertemperatur sank sehr schnell um einige Grad. Wir näherten uns unserem Ziel.
Am Nachmittag gab der Fotograf Michael Poliza uns Tipps zur Naturfotografie, welche uns sicherlich bei unseren Ausflügen hilfreich sein werden. Um 16:30 Uhr erblickten wir die Felsgipfel Süd Georgiens am Horizont. Wir kamen früher als geplant an, dank Neptun, der uns eine sehr ruhige Fahrt ermöglicht hatte. In Elsehul angekommen gab es eine ungeplante Zodiacrundfahrt. Der erste Kältetest für die Kamera und Hände.
 
Fortsetzung folgt (hoffentlich bald..)