Sabrina´s erster Flug...

Im Hinblick auf den Neuseeland-Trip im Winter 2006 musste etwas geschehen. Martin hatte immer gesagt, wenn ich nicht wenigstens einmal vorher im Flugzeug gesessen hätte, würde er mich nicht mitnehmen. Hmm, gesagt - getan. Also suchte ich mir ein Ziel aus, das nicht ganz so weit und vorallem nicht ganz so teuer war, aber trotzdem etwas zu bieten hatte.

Mallorca! Die Haupturlaubsinsel der Deutschen - das stimmt wohl, aber wenn man sich die richtige Reisezeit (nicht gerade zu Ferienzeiten) auswählt, ist es wirklich wunderschön und sehenswert. Anfang Mai 2005 ging es dann los: Wir flogen im strömenden Regen ab Paderborn mit der Condor. Anfangs hatte ich ein flaues Gefühl im Magen, muss jetzt jedoch sagen, dass es genau wie Zugfahren ist, außer mit der Annehmlichkeit, dass man etwas zu essen serviert bekommt.

Wir wohnten in einem kleinen vier-Sterne-Hotel in Paguera. 300 Meter von Strand entfernt. Das Hotel, die Umgebung und die Menschen waren sehr angenehm. Der Ort Paguera ist eines der Hauptreiseziele der deutschen Touristen auf Mallorca. Der kleine Ort liegt in einer Bucht, und ist im Grunde das Tor in die mallorquinischen Berge. Manchen Abend konnte man dort die Einheimischen treffen, die den abendlichen Wind zum Surfen genutzt haben.

Wir waren eigentlich fast die ganze Zeit mit dem Mietwagen unterwegs. Von den Bergen im Westen, über die große weite Ebene bis hin zu den Tropfsteinhöhlen, Steinküsten und kilometerlangen Stränden im Osten.

Es war wirklich schön, die verschlungenen Strassen in Richtung Soller entlang zu fahren. Vorbei an vielen Orangenplantagen und einzelnen Fincas, Bergseen und einsamen Wiesen. Die Bergdörfer wie Valdemossa mit ihren engen Gassen und dem ganz besonderen Flair laden zum Verweilen ein.

Die Bergwelt Mallorcas besitzt einige versteckte Attraktionen wie das Kloster Luc mit der schwarzen Madonna Mallorcas. Die Berge, Berghöhlen und ausgetrockneten Flussbette laden zu Wanderungen ein. Das Cap de Formentor ist die Nordspitze Mallorcas.

Die Halbinsel Formentor war früher einmal ein Militärposten und ist heute ein Erholungsgebiet für Ruhesuchende. Seine gut geschützten Buchten mit strahlend blauem Wasser laden zum Verweilen ein. Auch die Zugfahrt mit der einzigen Bahn Mallorcas war ein schönes Erlebnis.

Von Palma nach Soller kann man mit einer historischen Bahn durch endlose Felder und durch lange Tunnel fahren. Die einspurige Strecke wurde früher für den Warentransport von Soller nach Palma genutzt. Vor allem die Orangen wurden damit in das Inselinnere transportiert.

Heute fährt der Zug nur noch für Touristen. In Soller hat man Anschluss an die einzige Straßenbahn Mallorcas. Ihre kurze Strecke führt von Soller nach Port de Soller und wieder zurück.

Die Hauptstadt Mallorcas, Palma, ist ein Besuch wert. Vor allem das Schloss und die Kathedrale sollte man unbedingt besucht haben. Der Palast ist die Sommerresidenz des spanischen Königshauses und für Besucher zugänglich. Die Kathedrale nebenan beherbergt eine Ausstellung mit Kostbarkeiten der letzten Jahrhunderte und erklärt seine Geschichte.

Die historische Innenstadt lädt zum gemütlichen Einkaufsbummel ein. Was man auf jeden Fall gesehen haben sollte, ist eine der zahlreichen Markthallen, in denen man die heimischen Produkte frisch kaufen kann. Ein Spaziergang am Hafen bringt die großen Seeriesen (Kreuzfahrtschiffe) ein bisschen näher.

Nur auf eines sollte man lieber verzichten - die Playa des Palma - der Lieblingsort aller deutschen Touristen. Ich habe noch nie so etwas Grausames gesehen, ich kann nicht verstehen, wie man freiwillig in einer solchen Gegend Urlaub machen kann. Mallorca hat bei weitem mehr zu bieten und das sollte man bedenken, bevor man einen solchen Urlaub bucht.

Unsere zwei Wochen im Mai vergingen wie im Flug und wir mussten doch zu schnell wieder nach Hause. Es war ein sehr schöner Urlaub, zwar nicht unbedingt entspannend, jedoch haben wir viel gesehen und erlebt - und das ist für uns wichtiger als Tage lang am Strand liegen und nichts tun.

Tja, mir hat es gut gefallen! Bis bald! Sabrina